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Das Porzellan-Lexikon

Erläuterungen wichtiger Fachbegriffe zum Thema Porzellan

A

Aufglasurfarbe
Eine Schmelzfarbe, die zum Bemalen und zum Bedrucken vor allem keramischer Gegenstände dient. Die Aufglasurfarbe wird bei einer Temperatur von etwa 800 bis 900 Grad eingebrannt, wobei sie sich fest mit der Glasur verbindet und Glanz und Tiefe erhält.


B

Bandkeramik
Die älteste Kultur der Jungsteinzeit in den Lößzonen Südost- und Mitteleuropas. Ihre Anfänge reichen ins 4. Jahrtausend vor Christus zurück. Benannt wurde diese Kulturgruppe nach ihrer mit bandartigen Mustern verzierten Keramik. Man unterscheidet dabei zwischen Linearbandkeramik und Stichbandkeramik.

Biskuitporzellan
Ein zweimal gebranntes, unglasiertes Porzellan mit einer matten, marmorähnlichen Oberfläche. Das Biskuitporzellan weist einen hohen Gehalt an Kaolin und Feldspat und einen niedrigen Anteil von Quarz auf.


D

Delfter Fayence
Die Erzeugnisse der in der niederländischen Stadt Delft im 17. und im 18. Jahrhundert hergestellten Fayence. Die Delfter Fayence umfasst Geschirre, Krüge, Vasen, Kacheln und Fliesen.

Deutsche Fayence
Die älteste deutsche Fayence stammt Anfang des 16. Jahrhunderts aus Nürnberg. Die erste Manufaktur wurde im Jahr 1661 in Hanau gegründet. Die deutsche Fayence strebte zumeist nach einer Nachahmung des ostasiatischen Porzellans.


E

Engobe
Eine aufgebrannte farbige Überzugsmasse bei keramischen Erzeugnissen. Durch die Engobe erhält die Keramik eine feinkörnige Oberfläche oder eine gleichartige Farbe. In Persien war die Engobe seit Ende des 4. Jahrtausends vor Christus bekannt.


F

Fayence
Eine Tonware, deren Scherben mit einer deckenden weißen Zinnglasur überzogen ist. Die Bezeichnung geht auf den italienischen Herstellungsort Faenza zurück.

Feinkeramik
Der Sammelbegriff für keramische Erzeugnisse, die aus reinem Ton, Kaolin, Sand und anderen mineralischen Rohstoffen fein gemahlen aufbereitet und bei meist hohen Temperaturen gebrannt werden. Gegensatz: Grobkeramik.

Feldspat
Der Sammelbegriff für die am weitesten verbreiteten gesteinsbildenden Mineralien von heller Färbung.

Flussmittel
Eine Substanz, die als Zusatz zu keramischen Massen einen Sinterprozess (Siehe Sintern) bei wesentlich tieferen Temperaturen ermöglicht.

Frittenporzellan
Eine Art des Weichporzellans, die um das Jahr 1760 in Frankreich erfunden wurde. Das Frittenporzellan enthält im Gegensatz zum Hartporzellan kein Kaolin. Es wird bei niedrigen Temperaturen gar gebrannt.


G

Garbrand
Siehe Scharffeuer.

Glasur
Ein durchsichtiger und glasähnlicher Überzug auf Töpferwaren aus Kieselsäure mit Flussmitteln.

Glattbrand
Siehe Scharffeuer.

Glühbrand
Beim Brennen von Porzellan und anderen keramischen Massen der erste Brennprozess bei Temperaturen von 800 bis 1.000 Grad. Der Glühbrand verleiht dem Scherben Festigkeit und macht ihn zugleich aufnahmefähig für die Glasur. Synonym: Vorbrand.

Grobkeramik
Der Sammelbegriff für keramische Erzeugnisse, die aus Ton, Lehm oder tonigen Massen hergestellt werden. Dabei werden die Rohstoffe grob gemahlen und bei meist mittleren Temperaturen gebrannt. Gegensatz: Feinkeramik.

Gutbrand
Siehe Scharffeuer.


H

Halbporzellan
Siehe Steingut.

Hartporzellan
Im Gegensatz zum Weichporzellan, das wenig oder gar kein Kaolin enthält, beträgt der Anteil dieses Tons beim Hartporzellan etwa 50 Prozent. Auf Quarz und Feldspat entfallen jeweils rund 25 Prozent.

Hartsteingut
Siehe Steingut.


K

Kalksteingut
Siehe Steingut.

Kaolin
Ein weißer, weicher und formbarer Ton, der durch die Zersetzung von Feldspaten entstanden ist. Kaolin wird zur Herstellung von Porzellan und Steingut verwendet. Die Bezeichnung geht auf den chinesischen Begriff kao-ling (‚hoher Berg‘) zurück und bezieht sich auf den Fundort des Kaolins. Synonym: Porzellanerde.

Keramik
Der Sammelbegriff für alle Erzeugnisse, die aus den verschiedenen Tonarten durch Brennen hergestellt werden.

Keramikfarben
Eine Gruppe von hochtemperaturbeständigen Schmelzfarben, die auf die Keramikwaren aufgetragen und dann eingebrannt werden. Man unterscheidet dabei zwischen Aufglasurfarben und Unterglasurfarben.

Knochenporzellan
Ein Porzellan, dem eisenoxidfreie Asche von Rinderknochen zugesetzt ist. Das Knochenporzellan ist weißer und transparenter als anderes Porzellan.


L

Linearbandkeramik
Siehe Bandkeramik.


M

Medici-Porzellan
Ein Weichporzellan mit einer Zinnglasur und einer meist blauen Bemalung. Das Medici-Porzellan wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Florenz hergestellt.

Meißner Porzellan
Ein seit 1710 in der ältesten europäischen Porzellanmanufaktur in Meißen hergestelltes Porzellan, das durch seine Qualität berühmt geworden ist.

Muffel
Ein feuerfestes und verschließbares Gefäß zum Erhitzen von empfindlicher Keramik unter Luftabschluss und zum Schutz vor der direkten Flamme. Synonym: Muffelofen.

Muffelfarbe
In der Muffel auf Porzellan oder auf Fayence aufgebrachte Farbe, die aus Oxiden (Verbindungen eines chemischen Elementes mit Sauerstoff) oder anderen Verbindungen beispielsweise der Elemente Aluminium, Kupfer, Mangan, Nickel oder Zink besteht.

Muffelofen
Siehe Muffel.


P

Porzellan
Ein weißlicher, in dünnen Schichten durchscheinender und gesinterter (durch starkes Brennen verfestigter) keramischer Werkstoff aus Kaolin, Feldspat und Quarz sowie die daraus hergestellten Haushaltswaren. Das Porzellan ist eine chinesische Erfindung. Berichte über die früheste Herstellung stammen aus der Zeit der Sui- und der Tang-Dynastie (6. bis 10. Jahrhundert). Die Bezeichnung Porzellan geht auf den italienischen Begriff ‚porcellana‘ zurück, der ursprünglich für eine Art weißer Meeresmuschel verwendet wurde.

Porzellanerde
Siehe Kaolin.


Q

Quarz
Ein in zahlreichen Gesteinsarten als Hauptbestandteil vorkommendes Mineral aus kristallisiertem und wasserfreiem Siliciumoxid. Der Quarz ist das häufigste Mineral der Erdoberfläche.


S

Schamotte
Ein vorgebrannter feuerfester Ton.

Scharffeuer
Beim Brennen von Porzellan und anderen keramischen Massen der zweite Brennprozess bei Temperaturen von 1.100 bis 1.400 Grad. Synonyme: Garbrand, Glattbrand, Gutbrand.

Scharffeuerfarbe
Eine feuerbeständige keramische Unterglasurfarbe, die Brenntemperaturen von mindestens 1.050 Grad zulässt. Sie wird nach dem ersten Brand aufgetragen und im zweiten Brand bei hoher Temperatur gebrannt. Zu den Scharffeuerfarben zählen Antimongelb, Kobaltblau, Kupfergrün und Manganviolett.

Scherben
Der gebrannte Werkstoff unter der Glasur.

Schnurkeramik
Eine mit Abdrücken von Schnüren verzierte vorgeschichtliche Tonware der Jungsteinzeit.

Sintern
Das Verfestigen eines Gemischs keramischer Stoffe durch starkes Brennen.

Steingut
Ein feinkeramisches Erzeugnis mit porösem, weißem und lichtundurchlässigem Scherben und durchsichtiger Glasur. Man unterscheidet zwischen Kalksteingut, das Kalkspat enthält und bei 1.100 Grad gebrannt wird, und Hartsteingut, das Feldspat enthält und bei 1.300 Grad gebrannt wird. Synonym: Halbporzellan.

Steinzeug
Ein feinkeramisches Erzeugnis mit meist hellem, gesintertem und lichtundurchlässigem Scherben, der bei 1.200 bis 1.350 Grad gebrannt wird und mit einer Erd- oder Salzglasur überzogen ist. Das Steinzeug war schon früh in Ostasien bekannt.

Stichbandkeramik
Siehe Bandkeramik.


T

Ton
Ein Feldspat enthaltendes Sediment (Ablagerung) mit fein zerteilten Korngrößen, das in feuchtem Zustand eine weiche und formbare Masse ergibt.


U

Unterglasurfarbe
Eine Farbe für Porzellan- und Tonwaren, die vor dem Glasieren aufgetragen wird.


V

Vorbrand
Siehe Glühbrand.


W

Weichporzellan
Der Sammelbegriff für porzellanähnliche keramische Werkstoffe, die meist nur wenig oder gar kein Kaolin enthalten wie beispielsweise Frittenporzellan. Das Weichporzellan benötigt nur eine vergleichsweise geringe Brenntemperatur und erreicht nur einen niedrigen Härtegrad.


Z

Zwiebelmuster
Ein besonders in der Delfter Fayence verwendetes einfarbig blaues Dekorationsmuster in Unterglasurmalerei, das aus Blüten, Blättern und zwiebelähnlichen Knollen besteht. Das Zwiebelmuster wurde aus ostasiatischen Blumenornamenten entwickelt. In der Porzellanfaktur Meißen ist es seit dem Jahr 1793 eine gebräuchliche Schmuckform.


 

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